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Design: WesterMoore

 


U-Posenmontage mal anders
 
 

Während einem unserer zahlreichen Angeltrips auf Wels in Frankreich habe ich mir zusammen mit meinen Freunden und Teamkollegen Pascal Faber und Stefan Weirich die Frage gestellt, wie es möglich wäre, in einem Fluss wie der Rhone oder Sâone effektiv vom Ufer aus statisch auf Wels zu angeln. Die Waller halten sich hier vorwiegend in den Bereichen der tieferen Regionen auf, wo auch tagsüber jederzeit mit einer Wallerattacke gerechnet werden kann. Dies sind aber leider auch die Bereiche der Fahrrinne, wo ein reges Treiben der Berufsschifffahrt herrscht. Fracht –und Passagierschiffe patrolieren hier mehrmals täglich bis in die späten Abendstunden.Ein Fischen mit der Bojenmontage ist in diesem Bereich deshalb nicht möglich. Auch das Fischen mit kleinen U-Posen am Grundblei war nicht die Lösung, da diese von den großen Schubverbänden, welche über 2000 Tonnen Material transportieren, vom Grund in den Sog der Schrauben gezogen wurden. Die kleinen U-Posen konnten auch die lebenden Köderfische, welche oftmals bis zu vier Pfund schwer waren, nicht zuverlässig in gewünschter Tiefe halten. Also musste eine neue Montage her, die den alltäglichen Gefahren dieser aufwendigen Angelei trotzen sollte.
Wir zerbrachen uns eine lange Zeit unsere Köpfe und stießen immer wieder an Grenzen, die einen manchmal echt daran Zweifeln ließen, überhaupt eine echte und einzigartige Montage entwickeln zu können, welche auch noch einfach und effektiv sein sollte.
Der Grundgedanke war eine Unterwasserbojenmontage einfachster Art. Eines Tages hatte Stefan dann die zündende Idee.Eine Pose mit 600 Gramm Auftrieb, welche später der Montage die nötige Stabilität im Wasser geben sollte. Um die Pose am Aufsteigen zur Oberfläche zu hindern bzw. in der gewünschten Wassertiefe zu fixieren, bediente wir uns mit einem großen Stein und einer Reißleine.

Der Unterschied zur üblichen U-Posenmontage war die Befestigung der Reißleine genau in der Mitte der neuen 600 Gramm Pose.
Die Hauptschnur hat dadurch direkten Kontakt zum Köder , da sie nicht wie bei der herkömlichen U-Posenmontage erst über ein Blei am Grund umgelenkt wird . Dies hat den Vorteil , das der Kräftige Anhieb nach einem Biss , fast ungedämpft beim Fisch ankommt.
Was auch zwingend notwendig ist , um den Haken in die harte Kieferplatte des Wallermauls einzutreiben .

Nun galt es die entwickelte Montage zu testen. Wir waren alle sehr auf das Ergebnis der Tests gespannt und ob irgendwelche nachträglichen Probleme auftreten würde.
Ich erinnere mich immer wieder gerne an den ersten Testtrip zurück. Ich hatte gerade die dritte Montage erfolgreich herausgefahren, als Pascal und Stefan am Ufer live den ersten Abzug erleben durften.Und da an der Rolle der Freilauf eingeschaltet war , Kreischte der Bissanzeiger wie verrückt .Stefan setzte den Anhieb , und nach einem harten Kampf konnte er wenig später unseren erste U-Posen - Waller mit über 2 Meter länge Landen , und es sollten noch einige schöne Exemplare an diesem Wochenende folgen.

Wir dachten, dass dieser frühe Biss ein einmaliges Erlebnis gewesen wäre, aber bei weiteren Touren konnten wir dieses „Phänomen“ noch öfters erleben. Zu unserer Freude haben wir nun seit über einem Jahr diese Montage im Gepäck und haben sie vor Ort immer wieder aufs Neue getestet.
Verschiedene Konstruktionen und Taktiken wurden dabei ausprobiert und immer wieder kleinste Verbesserungen an der Montage vorgenommen. Natürlich war es auch zwingend notwendig, die Montage bei normalen bis sehr schwierigen Verhältnissen zu testen. Man wird ja als Angler immer mit den vor Ort herrschenden Verhältnissen konfrontiert und muss versuchen das Beste daraus zu machen, egal ob man von Hochwasser, praller Hitze oder kaltem Regen überrascht wird. Jede dieser Situationen sollten wir miterlebt und durchtestet haben. Erst dann wäre ein Fazit dieser Montage möglich.
Also machten wir uns mehrmals in einem Jahr auf den langen Weg zu den französischen Flüssen, um bei den o.a. Verhältnissen, zu angeln. Die Ergebnisse im Vergleich zu den konventionellen Montagen und den dokumentierten Vorjahresergebnissen waren sehr deutlich zu erkennen. Des weiteren blieb zu unserer Freude festzustellen, dass wir auffällig viele große Exemplare überlisten konnten.

Woran das genau liegt, können wir nicht mit Sicherheit sagen, aber wir vermuten, dass es mit dem Blei zusammenhängt, welches bei dieser Montage entfällt. Der folgende Aufbau und die Vorgehensweise hat sich dabei bewehrt.

Aufbau der Montage:

Die U-Pose wird einfach freilaufend auf die Hauptschnur montiert. Nun kommt wie gewohnt der Knotenschutz und anschließend der Wirbel.

Wir fischten diese Montage meistens mit großen lebenden Köderfischen (was in Frankreich noch legal ist). Wir verwendeten für das Vorfach eine Einzelhaken - Drilling Kombination. Wobei der einzelhaken lediglich als Haltehaken dient. Die Anköderung erfolgt je nach Strömung (viel Strömung Maul , wenig Strömung Schwanzköderung). Die Schwanzköderung hat den Vorteil das sich der Köderfisch eher von der U-Pose entfernt hält.
Um die Montage an gewünschter Stelle im Wasser zu fixieren benötigt man jetzt nur noch ein Gewicht also z.b. ein Stein ab drei kg. An diesem Stein befestigt man ein Seil , die länge des Seils bestimmt die höhe in der man über dem Grund Fischen möchte . Am besten ein Seil verwenden welches im Wasser schnell verottet , und das Wasser dadurch nicht unnötig belastet. (Sisal , Hanf o.ä.).
Anschließend oberhalb des Seils noch eine kurze Reißleine , je nach Strömung und Köderfisch von 0,25 bis 0,35 Monofil anbringen , und die Montage ist zum ausbringen vorbereitet.

Ausbringen der Montage:

Das ausbringen der Montage funktioniert am besten mit zwei Personen , Die Rute kann hierfür am Ufer auf der Auflage liegen bleiben , Freilauf oder Bremse öffnen! Jetzt die Montage mit dem Boot (Belly Boot , Schlauchboot o.ä.) an die gewünschte Stelle bringen , und dann den Stein mit der Reißleine an dem Wirbel der U-Pose einhängen.
Jetzt den Stein an der gewünschten Stelle langsam ins Wasser lassen , und das Vorfach mit dem befestigten Köderfisch so lange festhalten bis der Stein den Grund erreicht hat , erst jetzt den Köderfisch loslassen ! Jetzt kann die zweite Person am Ufer die ganze Montage auf Spannung bringen.

Am Ufer:

Die Montage vom Ufer aus spannen und dann wieder so weit entspannen, bis noch ein leichter Zug zu spüren ist . Jetzt den Freilauf oder die Bremse so leicht wie möglich einstellen . Je größer der Widerstand ist ,den der Wels bei einem Abzug spürt , je größer die Wahrscheinlichkeit dass der Wels nach wenigen Metern Abzug aussteigt!!

 

Vorteile der Montage:

  1. Fischen in jeder Tiefe möglich...
  2. Selbst Schiffsverkehr ist mit dieser Montage kein Problem, somit wäre auch das Thema "Bojenspannverbot" erledigt...
  3. Das Ausbringen dieser Montage ist wesentlich unkomplizierter als bei der Bojenmontage...
  4. Weniger Fehlbisse als bei der üblichen U-Posenmontage...
  5. Bei dieser Montage wird kein Blei verwendet

Geräte Kiste


Rute:
Kräftige Wallerrute (3,0 - 3,4 m Länge WG ab 200gr)




Rolle:
Extrem robuste Stationärrolle , oder Multirollen , Schnurfassung mindestens 150 m 0,50er



Schnur:
Geflochtene Oualitätsschnur mit mindestens 50 kg Tragkraft



Haken:
Hakensystem , z.b. Drilling Gamakatsu Treble 16 / 05 + Gamakatsu Einzelhaken LS -5314 N 0/10



Wirbel:
Power Wirbel ab 80 kg Tragkraft


U-Pose:
Spro Triple XXX Spezialist Wallerpose 250 gr. Tragkraft, entspricht ~ 600 gr Auftrieb

Extra Tipp

Release Clip

Anstatt der Reißleine kann auch ein Release Clip verwendet werden . Wir verwenden hierzu den Aftco FL 2 Clip , welcher in 2 KG schritte exakt von 2 - 20 Kg Justiert werden kann.

Patrick Gölz


 

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